Restaurants Teil 3


Toiletten:
Wenn es in Deutschland sehr sinnvoll ist, zuerst das stille Örtchen zu inspizieren, um hieraus Rückschlüsse auf die Qualität und Sauberkeit von Haus und Küche zu schließen – den Gang können Sie sich in Frankreich ruhig schenken. Ein Rückschluss auf die Qualität der gebotenen Speisen ist aus dem Zustand des “cabinets” leider nicht möglich.


Mag der stille Ort noch so minimalistisch ausgestattet oder so dimensioniert sein, dass Sie einen spontanen Klaustrophobieanfall erleiden, von der Möglichkeit, sich in dem Verschlag drehen zu können, ganz zu schweigen, das Essen kann trotzdem ganz hervorragend sein.

Die Toilettenkultur Frankreichs ist ein gesondertes Thema: Die “Häuschen” sind üblicherweise oft sehr gut versteckt und nur über irgendwelche Treppen, Hinterhöfe an Bier- und Limokästen vorbei zu erreichen. Prägen Sie sich auf dem Hinweg alle Stufen, Bierkästen und Mehlsäcke ein, die sich als Hindernis in den Weg gestellt haben. Wohl dem, der früher bei den Pfadfindern war...
Generell ist eine Trennung in Männlein und Weiblein nicht zwingend vorgeschrieben, es geht hier getreu nach dem Motto: “one size fits all”.
Fast alle cabinets sind zu klein – weil damit schließlich nichts zu verdienen ist. Außerdem sind sie dunkel, die Lichtschalter sind nicht zu finden und bei den Abschließmöglichkeiten gibt es wohl an die 1000 Varianten. Diese sind aber oft so fragil, dass man besser mit einer Hand oder dem Fuß die Tür zusätzlich gegen unerwünschte, vorzeitige Nachfolger sichert. Sollte zwischendurch Finsternis über Sie hereinbrechen, hat ein geheimnisvoller Lichtautomat zugeschlagen. Sichern Sie also schon beim Betreten der Lokalität Ihren Fluchtweg und merken Sie sich die Stelle, wo der Schalter zu finden ist.

Manche Lokalitäten verzichten gänzlich auf diesen unwirtschaftlichen Service, auf Ihre gequälte Frage hin wird man Ihnen lächelnd den Weg zur öffentlichen Dorftoilette um die Ecke beschreiben...

Ganz abenteuerlich wird es, wenn Sie auf die sog. Türkischen WC’s treffen – eine quadratische Porzellanwanne mit 2 Stellflächen für die lederbesohlten Schuhe , Loch in Richtung Erdmittelpunkt und eine Wasserspülung. Glücklicherweise sind diese in der normalen Gastronomie kaum noch zu finden, aber auf den Autobahnraststätten südlich von Lyon sind diese archaischen Relikte immer noch nicht ausgerottet. (Irgendein Artist (!?!) soll sogar mal behauptet haben, die wären hygienischer.)
In den Trichtern verschwindet ärgerlicherweise schon mal die eine oder andere Brieftasche und darüber hinaus ist die Wasserspülung manchmal so kräftig, dass der Kampferprobte sie erst in Betrieb setzt, wenn die Tür geöffnet ist und er zum Sprung in’s Trockene bereits angesetzt hat...
Tipp: Auf Reisen durch Frankreich nur Schuhe mit Gummisohle tragen.

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