Waldbrände


Waldbrände Südfrankreich © 2009 by Belair-VillasCanadair - Löschflugzeug im Einsatz

In den Medien wird immer wieder das Märchen von Grundstücksspekulanten aufgetischt, die ganze Küstenregionen niederbrennen, um Bauland zu gewinnen. Dies gehört in den Bereich der Ammenmärchen. Brachland wird nicht dadurch zum Bauland, weil alles in Asche liegt.


Das tatsächliche Problem ist vielmehr ein pathologisches: Die Brände werden in der Hauptsache von Pyromanen oder Halbstarken gelegt, immer pünktlich mit dem Einsetzen des Mistral. Hinzu kommen natürlich noch die reichlich aus den Autos geworfenen Zigarettenkippen. Ein großes Problem ist die Feuerwehr selber, in deren Reihen sich immer einige Spezialisten befinden, die es gerne Brennen sehen. Da es bei Brand Sonderzulagen für die beteiligten Pompiers gibt, hat schon mancher im Sinne von „Arbeitbeschaffungsmaßnahme“ sich und andere unglücklich gemacht.


Wenn Sie sich im Internet über Waldbrände im Departement Var informieren, werden Sie feststellen, das seit 1950 – da wurde mit der Statistik begonnen – das ganze Dept. Var zu 95% abgebrannt ist. Immer mal ein paar Hektar hier, mal ein paar Hektar da. Es gibt also fast keinen Wald der älter als 50 Jahre ist.
Wie in Australien ist hier unten ein Wald nach 25 Jahren „reif“, der Boden versauert und der Wald ist von Unterholz durchsetzt. Die Natur bereinigt das sogar manchmal spontan auftretende Brände. Das ist normal – aber natürlich kein Grund, mit Brandbeschleuniger nachzuhelfen.

Stark gefährdete Bereiche sind Lubéron, Esterel und das Massif des Maures. Zu Zeiten extremer Hitze kann bereits eine ausgedehnte Wanderung gefährlich sein. Hier gibt es im Sommer „rote“ Zonen, die nur zu gewissen Zeiten - oder überhaupt nicht - betreten werden dürfen.
Aus Gründen der Brandgefährdung ist in Waldgebieten nur auf ausgewiesenen Plätzen das Abstellen von PKW gestattet und „Wildcampen“ generell verboten. Grillen, Feuer entfachen oder auch der Betrieb eines Gaskochers führt zu kostenpflichtigem Ärger mit diversen Staatsdienern.

Einziges Mittel gegen Verbrecher und Fahrlässigkeit ist das regelmäßige Entfernen des Niederbewuchses in den Wäldern und die vorgeschriebene Gestrüppentfernung auf Brachland, sowie die Anpflanzung von Eukalyptusbäumen und Korkeichen. Diese Baumarten brennen zwar auch, regenerieren sich aber in wenigen Monaten.

Die Waldbrände werden zum Teil mit Helikoptern und den legendären Canadair – Flugzeugen aus der Luft bekämpft. Man muss im Hochsommer auf den Stauseen immer damit rechnen, dass diese Flugzeuge dort Wasser aufnehmen. Üblicherweise drehen die Piloten erst eine "Warnrunde" – danach wird es ernst. Verlassen Sie schnellstmöglich die Flugschneise. Die Canadair nehmen beim “touchdown” 9 m³ Wasser auf und starten dann wieder durch.

Sehr interessant ist es, wenn man die Gelegenheit bekommt, Nachwuchspiloten beim Training zuzusehen, dann wird das Wasser direkt am oder über dem See abgeworfen.

Das Beherrschen dieser Flugzeuge setzt eine langjährige Flugerfahrung voraus. Jedes Jahr lassen einige der Piloten bei diesen Löscheinsätzen ihr Leben.

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