GOULT
Mühle von Jerusalem
Goult liegt zwischen Cavaillon und Apt am Fuß des Lubéron in einer der attraktivsten Gegenden Südfrankreichs. Der Ort liegt auf einem Bergsporn, hierdurch ergibt sich eine einmalige Situation: nach Norden hin Blick auf den Mont Ventoux, nach Süden hinüber zum Lubéron mit den bekanntesten Orten Bonnieux, Lacoste und Gordes.
Auf Spaziergängen durch den Ort im Schatten der Zürgelbäume können Sie die zurückliegende Geschichte förmlich spüren: Auf Schritt und Tritt stoßen Sie auf Relikte aus dem Mittelalter... Torbögen, Mauerreste, alte Türen. Der Ort wird vom Schloss überragt. Das Schloss ist privat und kann leider nicht besichtigt werden. Der Ort ist voller reizender Details, eine nicht endende Fülle von typisch provenzalischen Fotomotiven, jeden Tag werden Sie neue Details finden. Außerhalb vom Ort erwartet Sie eine sehr harmonische Landschaft mit einem reizvollen Wechsel von Kultur und Natur.
Historie:
Goult wird ab 1031 erwähnt. Der Name ist übrigens germanischen Ursprungs (Agaud). Die Provence gehörte schließlich in Ihrer wechselvollen Geschichte auch einmal zu dem, was sich später Deutschland nennen sollte.
Im XI. Jhdt. ließ sich hier die Familie d’Agoult nieder (sie besaßen die Gebiet um Apt und Sault) und errichteten das Schloss.
Die Agoults wurden im XVI. Jhdt. von der Familie Donis (aus Florenz) abgelöst. Zur Zeit der Religionskriege konnte sich Goult erfolgreich gegen die anstürmenden Hugenotten verteidigen.
Das Wappen von Goult führt auf grauem Grund einen azurblauen Löwen und einen Wolf getrennt durch ein diagonales azurblaues Band mit 3 Mondsicheln (Croissants), vermutlich ein Andenken an den Kontakt zum Orient durch die Kreuzzüge.
Sehenswert:
Église Saint Sébastien du XII. Jhdt., romanisch mit sehenswerten gotischen Details.
Schloss (privat) erbaut im XIII. Jhdt. Weitere Bauabschnitte XVII. und XIX. Jhdt.
Tor mit Fallgitter, Uhrenturm, Altes Dorfviertel, Brunnen mit Waschhaus (lavoir).
Die Mühle de Jérusalem war bis 1947 zur Ruine verfallen und wurde durch das IGN gekauft und restauriert. Von hier aus hat man einen schönen Blick hinüber zum Lubéron.
Hier beginnt auch der Wanderweg zu einer Art botanischer Garten: unterhalb von Goult hat man die hier traditionellen Restanques (Terrassen, die mit Trockenmauern – sog. "murs arabiques" abgefangen sind) wieder aufgerichtet und mit den hier üblichen Pflanzen bestellt. Die Trockenmauern bestehen nur aus Steinen ohne Mörtel, sie halten Hitze, Frost und auch extremen Wolkenbrüchen stand. Sie schützen vor Erosion, da überschüssiges Regenwasser kontrolliert durch die offenen Fugen abfließen kann.
2 km unterhalb vom Ort liegt Lumières, ein Pilgerort mit einer sehenswerten Kirche aus dem XVII. Jhdt. Die Krypta ist etwas kitschig aber immerhin liebevoll mit schönen Lichteffekten gestaltet. Im benachbarten Weiler St. Véran gibt es eine weitere Kapelle aus dem XII. Jhdt.
Einkaufsmöglichkeiten: Metzger, Lebensmittelladen, Käsehandlung, Post, Restaurants, Friseur- alles in unmittelbarer Nähe im Ort, ca. 300 m Fußweg. In-Lokal: Café de la Poste. Sieht eigentlich nach Nichts aus, aber man kocht schmackhaft zu vertretbarem Preis. Mittags besser reservieren, bei gutem Wetter ist die Terrasse immer brechend voll. Die Bedienung ist trotz Stress freundlich und flink.
Apotheke: 2 km entfernt in Lumières. Etliche Supermärkte finden Sie in Apt.
In der Region gibt es viele Weingüter, die einen regionstypischen, hervorragenden Wein produzieren. Hier im Sektor gibt es einige Weine, die sowohl preiswert als auch von respektabler Qualität sind.
Markt : Jeden Montag Nachmittag auf dem Place de la Libération in Ortsmitte. Tipp: Achten Sie in jedem Ort auf die Markttage. Sollten Sie Ihr Fahrzeug abends dort parken, wo morgens der Markt aufgebaut wird, haben Sie ein Problem: Entweder wird abgeschleppt, oder Ihr Vehikel wird unverrückbar mit Marktständen umbaut. Böse Blicke und bissige Kommentare gibt es gratis obendrauf.
Tourenvorschläge:
Es sei erwähnt, das man die Monate Juli, August und September besser am Pool verbringen und sich nicht auf längere Exkursionen mit dem Auto einlassen sollte. Selbst mit Klimaanlage ist das eher eine Folter als ein Vergnügen. Körperliche Aktivitäten, Rad-, Auto- oder Motorradtouren muss man bis 11 Uhr erledigt haben, dann bis 15 Uhr bitte eine gründliche Sieste einlegen.
Noch etwas sei erwähnt: der Lubéron ist berüchtigt dafür, das es mehr Immobilienmakler als Tankstellen gibt. Besonders an Sonn- und Feiertagen gilt es aufzupassen und den Tank immer gut befüllt zu halten.
Wer außerhalb dieser Zeiten fahren kann, auf den warten Sehenswürdigkeiten ohne Ende: Carpentras, Vaison la-Romaine (röm. Theater, Museum), der Mont-Ventoux, Venasque (Baptisterium) Abtei von Senanque, Fort de Boux, die Ockerbrüche von Roussilion, die Römerbrücke St Julien, Cereste mit der Prieuré de Carluc, Gordes und die Bories (Hütten aus Trockengemäuer mit sog. falschen Gewölben), Lacoste, Bonnieux, Oppedette, Menerbes, Lourmarin, Cucuron, La Tour d’Aigues.. viele 3-Sterne-Highlights der Provence finden Sie hier dicht an dicht.
Wer dann noch Lust hat und die Zeit findet: Avignon, Nimes, Arles, Camargue, die Drôme oder ein Abstecher zur Verdon-Schlucht laden den Interessierten ein. Diese Ziele sind allerdings echte Tagestouren, die eine entsprechende Kondition verlangen.